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Jane bleibt Jane!

Wie ein Star sieht sie nicht gerade aus: kein Kleid, sondern ein grüner Rollkragenpullover mit dicker Perlenkette, grün gemusterte Hose, lockige schulterlange Haare. So kommt Jane Fonda bei ihrer Master Class auf die Bühne. Tags darauf, bei der Pressekonferenz, im  schwarzen Pullover zur schwarz gemusterten Hose, wirkt sie noch schlichter und eleganten. Wie 81 Jahre sieht sie nicht aus, eher wie 60. Sie ist beim Festival Lumière in Lyon, weil sie den Preis „Lumière“ bekommt, eine Plakette für Lebenswerk. Fünf Tage ist sie in der Stadt.

Jane Fonda  bei Ihrer Pressekonferenz beim Festival Lumière in Lyon. Foto Dittgen

Jane Fonda bei Ihrer Pressekonferenz beim Festival Lumière in Lyon. Foto Dittgen

Sie spricht nicht Englisch, sie spricht Französisch. Sehr gut sogar, ohne groß nachzudenken, mit amerikanischem Akzent. Von 1964 bis 1972 lebte die Amerikanerin in Frankreich, drehte mit Jean-Luc Godard und René Clément, spielte in vier Filmen ihres damaligen Ehemannes Roger Vadim. Nur selten fällt sie zurück ins Englische. Wenn ihr ein Wort oder eine Wendung gerade nicht einfällt oder ein Filmtitel. Sie erzählte, dass sie seit 50 Jahren nicht mehr in Lyon war, und damals auch nur kurz, „der Liebe wegen“. Sie lacht. Vor allem aber sagt sie: „Ich bin eine Aktivistin.“ Immer noch. Die Ereignisse vom Mai 1968 in Paris waren für sie ein Anstoß, sich der Politik zuzuwenden. Und dass die USA den Vietnam-Krieg begannen, „Das hat sogar Roger aufgeregt, der sonst auch nicht politisch interessiert war.“ Sie ging nach Hanoi. „Für eine Weile wollten die Studios mich nicht mehr beschäftigen, das war zurzeit von Edgar J. Hoover, dem Chef der FBI. Ich habe die Studios verklagt und gewonnen – mit der ACLU, der American Civil Liberties Union.“ Danach drehte sie auch politisch motivierte Filme und bekam ihre zwei Oscars (für „Klute“ 1971, und „Coming Home“ 1978, weitere fünf Mal war sie nominiert).

„Die Karriere stand nie an erster Stelle. Nie. Aber ich habe entdeckt, dass es sehr gut ist, wenn man Aktivist ist, dass man eine Karriere hat und berühmt ist. Die Leute hören einem dann mehr zu, m wenn man militant ist. Deshalb will ich weiter Filme drehen und präsent sein, damit ich eine bessere Aktivistin sein kann.“  Sie ist überzeugt: „Man kann etwas bewirken, wenn da etwas ist, das von Herzen kommt.“ Sie arbeite, um Geld für ihre politischen Aktivitäten zu haben. Auch ihre Workout-Bücher  und -Videos gingen in diese Richtung. „Dabei habe ich gespürt, was der frühere US-Präsident Thomas Jefferson sagte: Revolution beginnt in den Muskeln“, sagte sie und lacht.  Von Lee Strasberg, dem Schauspieler-Lehrer habe sie eher das Gegenteil gelernt: sich zu entspannen. „Zurzeit interessiere ich mich sehr fürs Schauspielen. Ich bin 81 Jahre alt und glücklich, dass ich in diesem Alter einen festen Job habe.“ In Deutschland ist sie gerade in „Book Club“ im Kino zu sehen, in Amerika lief er gut. „Er kam raus, als ich gerade eine Petition auf den Weg brachte, um ein Gesetz zu ändern. Das hat der Petition sehr geholfen.“

Die bekennende Feministin analysiert, dass in den USA das Patriarchat ein Comeback versucht, gepaart mit Rassismus. „Make America great means make Amercia white”. Donald Trump sei gefährlich, man müsse gegen ihn kämpfen. Dabei sieht sie ihn auch als Opfer. „Es ist nicht einfach jung zu sein und ein Mann zu sein, denn die Gesellschaft raubt den Männern ihre Menschlichkeit, sie zwingt sie, immer stark zu sein. Aber wenn die Männer älter werden und Testosteron verlieren, werden sie sanfter. Bei den Frauen ist es umgekehrt. Ich bin froh, dass ich kein Mann bin – und ich bin froh, dass ich alt bin. Ich arbeite, um Geld zu verdienen für die Barrikaden!“

Andrea Dittgen

 

Wie Stalin die Fake News inszenierte

„Ich wollte den Film so gestalten, dass der Zuschauer die Möglichkeit hat, zwei Stunden in der UDSSR des Jahres 1930 mitzuerleben: den Moment, wenn die staatliche Terrormaschine in Gang gesetzt wird, die Josef Stalin erfunden hat“. Sagt Sergej Loznitsa, der in der Ukraine aufgewachsene 54-jährige Wahl-Berliner (seit 2001) aus Russland, der sich zu einem der wichtigsten Spiel- und Dokumentarfilmregisseur ist, zu seinem neuen Film. Den er nicht gedreht, sondern nur geschnitten und produziert hat. Weil das Material, das er fand, als er über Stalins Schauprozesse recherchierte, so ungeheuerlich war. Loznitsas „The Trial“ (der Prozess) wurde von Arte koproduziert.

Der Schauprozess: Blick in den Gerichtssaal. Foto: Courtesy of Tiff

Der Schauprozess: Blick in den Gerichtssaal, wo das Publikum das Geschehen verfolgt. Foto: Atoms & Void

Stalin initiierte Gerichtsprozesse mit vorgeblichen Anti-Revolutionären, um die Unzulänglichkeiten des neuen Staates zu kaschieren und Gegner einzuschüchtern. Wer in einem der Prozesse angeklagt, musste mit einer hohen Strafe, meistens der Todesstrafe rechnen. Ob er schuldig war, spielte keine Rolle. Es ging nicht um die Wahrheit, es ging um Politik und Diktatur. Stalin ließ bei den Gerichtsprozessen filmen, nicht nur einige Szenen. Loznitsa fand, dass der wichtigste Prozess, der „Industrie-Partei-Prozess“ 1920 komplett von A bis Z mitgefilmt wurde – mit Ton. Angeklagt des Hochverrats waren Chefs der Versorgungsunternehmen, ein Uniprofessor und wichtige Ingenieure. Sie sollen mit ihren Aktionen dafür gesorgt haben, dass die schlecht Versorgungslage der Bevölkerung noch schlechter wurde, dass Maschinen nicht mehr laufen – und sie sollen sich in Berlin mit dem französischen Regierungschef Raymond Poincaré getroffen haben, um eine Invasion der Franzosen vorzubereiten, den Kapitalismus wieder einzuführen und die UdSSR in der bestehenden Form zu zerstören.

Der Zeugenstand im Schauprozess. Foto: Cortesy of Tiff

Der Zeugenstand im Schauprozess. Foto: Atoms & Void

Alle Angeklagten bekennen sich schuldig und reuig. Sie machen lange Aussagen darüber, was sie getan haben, dass es falsch war und das sie – falls ihr Leben verschont wird – nur noch für die Sowjetunion und die Revolution arbeiten wollen. Die handelnden Personen sind echt, aber der Prozess ist es nicht. Sie haben die Taten nicht begangen, sie agierten wie Schauspieler. Fake News, 1930 inszeniert von Stalin. Natürlich erkennt man heute sofort, dass das etwas nicht stimmen kann. Es wirkt es heute lächerlich, wenn die hochgebildeten Männer plötzlich alle kleinlaut werden und kuschen, aber damals hat es wirklich abschrecken gewirkt. Aber der Prozess ist spannend und lebendig, Hollywood hätte es nicht besser gekonnt, dass man gebannt davorsitzt. Loznitsas komprimierte Montage des Found Footage ist faszinierend. Er kombiniert sie mit Straßenszenen, in der die Massen demonstrieren und auf Transparenten die Todesstrafe für die Verräter fordern. Und den Jubel der Menschen im Gerichtsaal, als fünf der neun Angeklagten die Todesstrafe bekommen (die anderen müssen für fünf und zehn Jahre hinter Gittern). Im Nachspann zeigt Loznitsa, wie das Leben der Angeklagten wirklich weiterging. „Der Prozess ist ein einzigartiges Beispiel eines Dokumentarfilms, in dem man 24-mal pro Sekunde nur Lüge sieht“, macht Loznitsa deutlich – und zerstört damit auch ein Dogma, das Jean-Luc Godard 1960 auf die simple Formal brachte: „Film ist die Wahrheit, 24-mal pro Sekunde“.

Andrea Dittgen

Das radikale Vorbild der „Dogma“-Bewegung

Da denkt man, die dänische „Dogma“-Bewegung mit ihren klaren Regeln, die Lars von Trier & Co. 1995 ins Leben gerufen hatte, wäre die erste Gruppendynamik. Doch dem ist nicht so. Bei „Dogma 95“ verpflichteten sich (anfangs) vier Regisseure, zehn Regeln einzuhandeln und die Filme nicht mit ihrem Namen zu zeichnen. Zwischen 1998 und 2003 hielt der Pakt, bei dem fast jeder stets mindestens eine Regel brach. Das war das Vorbild konsequenter, das beim Festival von Bologna vorgestellt wurde.

Polizist in Kampfausrüstung

Polizist in Kampfausrüstung

Im wilden Jahr 1968, als in Paris die Studenten auf die Straße gingen, um für besser Arbeitsbedingungen protestieren und es zu Straßenschlachten kam, wurde die französische Bewegung „Ciné-Tracts“ gegründet. Von den filmischen Wortführern der Proteste: Jean-Luc Godard, Alain Resnais, Chris Marker & Co. als Kollektiv. Aus Solidarität, aus Revolte, als Aktion und spezielle Form, den Protest in weiteren Kreisen bekannt zu machen.

Wurfbereite Pflastersteine

Wurfbereite Pflastersteine

Zu dem Inhalt kam die Form: Kurze Dokumentarfilme, alle mit derselben Länge: 2 Minuten 44 Sekunden, länger war eine 16-mm-Rolle nicht, und 16-mm. Sie Filme waren schwarzweiß und stumm, es waren Fotoromane, also abgefilmte Fotos von den Demonstrationen, dazu Plakate, Sprüche, handgeschriebene Gedanken. Und anonym sollten die Filme sein. Es gab mehr Regeln als bei Dogma und sie wurden eingehalten. Wenn man nicht selber drehte, wurden Zeitungsfotos gefilmt.

Straßenschlacht

Straßenschlacht

Die Filme waren schnell geschnitten, ein Polizist mit rundem Helm und Brille in Großaufnahme taucht besonders oft auf, ebenso ein einsamer Streit mit Gewehr im Halbnebel, die zum Werfen bereit liegenden Berge von Pflastersteinen, Demonstranten in fest geschlossenen Reihen, die Schriftzüge der Fabrik von Renault. Mit ihren agitatorischen Bild-Text-Montagen waren eine Fortsetzung der Plakate und der Parolen, die man im Mai 1968 den Häuserwänden lesen konnte. Es war Filmpolitik. Die 40 bis 50  „Ciné-Tracts“ – wie viele es gab, ist unklar, zumal die Nummerierung nicht stringent war und erst bei Nr. 106 endete – wurden auf Demonstrationen, Versammlungen und in Fabriken gezeigt.

Die Regeln

Die Regeln

Sie waren anonym, aber die Urheber kann man durchaus erkennen. Vor allem Godard. Von ihm sind die Filmen mit den handgeschrieben Wörtern, die oft sprachspielerisch auseinanderrissen sind, die Filme mit den meisten Zwischentiteln und den längsten Zitaten (Nr. 1, 7, 8, 9, 10, 12, 13, 24, 15, 16, 23, 40). Wenn es nur wenige Zwischentitel gibt, sauber gesetzt und es eher Fragen als Antworten und Aufrufe gibt, selbst aktiv zu werden, dann war der Film wohl von Chris Marker. Marker hatte die Idee zur dieser Bewegung und der Form. Obwohl die Regisseure alle jung waren, hatten sie schon die Handschrift, für die sie später berühmt waren. Auch das macht diese „Ciné-Tracts“ von 1968 (es gab sie nur in diesem Jahr als begrenzte Aktion) so interessant. Vor allem Godard (die anderen Mitstreiter sind inzwischen verstorben) hat das Prinzip der Text-Bild-Collagen bis heute beibehalten und auf Langfilme übertragen.

Sieht man ein Dutzend oder noch mehr dieser Kurzfilme hintereinander, fallen die vielen Wiederholungen der Bilder auf, die natürlich auch eine Wirkung haben und immer noch zum Nachdenken anregen. Heute fallen die Filme unter das Etikett „Experimentalfilm“ – und ähnliche Übungen sind inzwischen an den Filmhochschulen üblich – nicht nur in Frankreich.

Andrea Dittgen

Der wilde Mai 1968 beim Festival von Cannes

Die Franzosen haben nicht gefilmt, aber das belgische Fernsehen, im Mai 1968 in Cannes, als das Festival abgebrochen wurde. Man sieht, wie François Truffaut und Jean-Luc Godard sich am Vorhang festhalten, um die Projektion des nächsten Wettbewerbsfilms zu verhindern – und Erfolg haben. Godard steht vor einer Gruppe von Sympathisanten und schreit es fast heraus: „ich spreche von der Solidarität mit dem Studenten und Sie sprechen von Fahrten und Einstellungen“, reagiert er auf einen Regisseur, der seinen Wettbewerbsfilm nicht zurückziehen will. Und Jury-Mitglied Roman Polanski, der  auch gegen den Abbruch ist, sagt: „Das was du sagst, erinnert mich an das, was ich in Polen in der Stalin-Ära“ erlebt habe. Die Aussagen sind bekannt, doch bislang fehlten die Filmbilder dazu. Jetzt sind sie da – und sie zeigen,  dass wohl nie vorher so lebhaft über Film und Politik diskutiert wurde. Aber auch, dass es zwei gegensätzliche Lager gab und gar nicht alle dafür waren, sich mit den Paris für besseren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen streikenden Fabrikarbeitern und Studenten zu solidarisieren.

Der Aufruf, das Festival abzubrechen - handschriftlich, aber wirkungsvoll. Foto: Katalog

Der Aufruf, das Festival abzubrechen – handschriftlich, aber wirkungsvoll. Foto: Katalog

Der französische Dokumentarfilmer Jérôme Wybon hat für „Cannes 68 – Révolution au palais“ aber auch aktuell Interviews mit Filmschaffenden geführt, die damals dabei waren. So sagt Regisseur Dominique Delouche (87): „Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, warum ich damals solidarisch war und meinen Film aus dem Wettbewerb zurückgezogen habe“. Die Schauspielerin Macha Méril (77) meint: „Im Mai 68 wurde Kino erstmals öffentlich diskutiert.“ Regisseur Barbet Schroeder (77) erinnert sich, dass Claude Chabrol sogar forderte, eine Kinosteuer für jedermann einzuführen und dafür freien Eintritt in allen Kinos zu gewähren – alles im Zuge der Entlassung von Henri Langlois, dem Gründer und Leiter der Cinémathèque Française, die den Tumult unter den Filmschaffenden ins Rollen gebracht hatte. Der Film macht Zusammenhänge deutlich, die heute selbstverständlich sind: Vor dem Abbruch von Cannes (nachdem die vier Jurymitglieder aus der Filmbranche sich solidarisch mit den Protestanten von Paris erklärten und zurückgetreten waren) gab es keine Künstlervereinigungen, nur Gewerkschaften, in denen die Techniker der Filmbranche organisiert waren. Nun wurden sie alle gegründet: d Regisseursvereinigung, die Kameravereinigung, die Schauspielervereinigung, die Produzentenvereinigung. Erstmals redeten die Mitglieder aus den verschiedenen Sparten der Filmbranche überhaupt miteinander.

Jury-Mitglied Roman Polanski war zuerst gegen den Abbruch. Er unterschätzte die Wirkung, die der Tumult in Cannes hatte.

Jury-Mitglied Roman Polanski war zuerst gegen den Abbruch. Er unterschätzte die Wirkung, die der Tumult in Cannes hatte.

Und die europäischen Filmfestivals änderten sich. Bis zum Mai 1968 waren Cannes, Berlin und Venedig (und kleine  wie etwa Oberhausen auch) Staatsfestivals. Die Regierungen der Staaten bestimmten, welche Filme sie in den Wettbewerb hinschickten, die Festivals luden nur bestimmte Länder ein (und andere nicht), ihre Filme hinzuschicken. Erst nach dem Abbruch von Cannes und der Gründung der Quinzaine des réalisateurs im Folgejahr wurden in Cannes erstmals Filme überhaupt ausgewählt – von Filmschaffenden. Und in den Folgejahren wurden aus den Staatsfestivals langsam die Festivals, wie wir sie heute kennen mit künstlerischen Leitern, die Filme nach Qualität und Bedeutung auswählen. Es war die erste und größte Revolution, die das Kino in Europa erlebt hatte. All das zeigt diese mitreißende Doku.

Andrea Dittgen

 

Handyman Godard

 

Jedes Jahr gibt es in Cannes einen Moment für die Ewigkeit, etwas, das man nie vergisst. In diesem Jahr war das die 45-minütige experimentelle Pressekonferenz mit dem Regisseur Jean-Luc Godard, der seinen Film „livre d’image“ im Wettbewerb zeigte: einen philosophischen Experimentalfilm. Godard kam nicht, warum er nicht wollte, wagte niemand zu fragen, immerhin ist er schon 87 Jahre alt. Er wollte aber per Videokonferenz Fragen in der Pressekonferenz beantworten.

Zuerst machten die Cannes-verantwortlichen klar: Er wird nur auf einem einzigen Handy zu hören sein, der Ton wird im Raum verstärkt, damit ihn alle hören können. Es gibt keine Projektion des sprechenden Godard, eigentlich gar kein Bild von Godard. Dann gab Gérard Lefort, als Leiter der Pressekonferenz Anweisungen: „Godard wird so freundlich sein, auf Ihre Fragen zu antworten. Per Telefon. Face Time. Wer eine Frage stelle will, geht vor das Mikrofon, sagt seinen Namen und ,bonjour‘, das ist nicht ausgeschlossen, und sagt für welches Medium er arbeitet. Am besten gehen Sie zu zweit ans Mikro. Jetzt.“

Jean-Luc-Godard eill beid er Pressekonferenz nur auf dem Handy erscheinen. Das Bild darf nicht vergrößert werden. Foto: dittgen

Jean-Luc-Godard eill beid er Pressekonferenz nur auf dem Handy erscheinen. Das Bild darf nicht vergrößert werden. Foto: Dittgen

Fabrice Aragno, sein Mitarbeiter und Verleiher hielt das IPhone hoch, in dem man dann doch JLGs Gesicht sah. Das Phantom war sichtbar, zwar nicht im ganzen Saal, wo etwa 100 Journalisten saßen, sondern nur für den Fragesteller am Mikro, aber immerhin. Der Meister wollte es so, keine Projektion auf große Leinwand nicht, nur quasi persönliche Gespräche. Eine absurde Situation, die zu seinen Filmen passt.

Doch dann sah man doch den Meister: man sah sein Gesicht, er rauchte eine Zigarre, es qualmte, er lachte. Dann warf er einen Blick in den Saal. „Das sind ja Geräusch wie beim Maschinengewehr“ meinte und lächelte. Maschinengewehre kommen auch in seinem Film vor. Die Schlange der  Fragesteller am Mirko wurde länger. Ein paar seiner Antworten (die Fragen sind egal, er antwortet nie direkt).

Absurde Interviewsituation: der Fragesteller im großen Saal, der Meisternantwortet per Handy. Foto: Dittgen

Absurde Interviewsituation: der Fragesteller im großen Saal, der Meisternantwortet per Handy. Foto: Dittgen

Ich mache Filme. In meinem Alter bin ich mehr als Fakten als an allem andere interessiert. An dem, was passiert und was nicht passiert. Die Menschen sprechen mehr über das was passiert, aber das, was nicht passiert, kann zum Desaster führen.

Ich wollte das Film mehr auf einem Roman basiert. Und zeigen, dass die Araber nicht wirklich andere Völker brauchen. Sie haben das Rating erfunden. Sie haben Öl, mehr Öl als notwendig ist. Man muss sie allein lassen. Wir können ihnen  nichts diktieren. Ein Film wird nicht gemacht, um etwas zu diktieren. Die meisten Filme hier zeigen was, passiert. Die wenigsten zeigen, was nicht passiert. Ich hoffe, meiner zeigt, was nicht passiert. Man muss mit seinen Händen denken und nicht mit seinem Kopf.

Der Film hat einen langen Weg hinter sich. Der französische Produzent gab auf, und eine kleine Schweizer Firma sprang ein. Ich nahm die Einladung von Thierry Frémaux an, um Werbung zu machen um Geld zu finden, damit der Film fertig gemacht werden kann. In Frankreich will man ihn nicht aufführen. In den nächsten zehn Jahren wird er in wenigen Kinos zu sehen sein. Avantgardekinos werden  meinen Film zeigen. Es sind militante Kinos, aber es sollte eine freudige Sache sein.

Drehen ist Vergangenheit, die Archive haben Dinge, die von der Zukunft erzählen. Ich verstand schnell, das Wichtigste ist nicht der aktuelle Dreh, sondern der Schnitt. Man ist freier und kann mehr denken. Digitaler Schnitt wird mit der Hand gemacht das heißt: denken mit der Hand.

Man kann nichts ohne die Hände tun. Man kann den Kopf nicht bewegen, nicht essen, nicht Liebe machen. Deshalb beginnt mein Film mit den fünf Fingern, sie sind eine Hand.

In den letzten vier Jahren habe ich mehr Filme gesehen als Frémaux in seinem ganzen Leben als Festivalleiter. Ich will sehen, wie sich Töne und Bilder sinnvoll zusammenfinden in einem Film von mir. Es muss eine Art Geschichte.  Das Ziel war es, den Ton vom Bild zu trennen. Licht ist so wichtig wie bei den Impressionisten. Kunst ist Licht. Cézanne brachte Farbe rein, das hat mit Sprache zu tun, selbst wenn wir über Heidegger reden. Der Ton sollte nicht zu weit von den Bilder weg sei. Eine ideale Projektion ist ein Café statt einem Fernsehbildschirm. Sie sehen den Film als einen Stummfilm, der Ton kommt von hier und da aus dem Lautsprecher – und plötzlich merkt der Zuschauer im Café, dass Ton und Bild zusammengehen.

Die meisten Leute heute haben nicht den Mut, das Leben zu leben, das sie wollen und könne es sich auch nicht mehr vorstellen. Ich habe wenigstens en Mut, mir meine Leben vorzustellen. Das macht es möglich, weiter zu arbeiten. Und auf den Zug der Geschichte aufzuspringen.

Ich kann nicht über Putin sprechen, weil ich Herrn Putin nicht kenne, Herrn Macron und Frau Merkel auch nicht, Mich interessieren andere Dinge.

Am Anfang habe ich Filme gemacht mit Schauspielern, es ist eine Frage, ob man Spielfilme oder Dokumentarfilme macht. Es hängt von Politik ab. Bernard Lefort schrieb, die modernen Demokratien haben der Politik einen anderen Weg des Denkens gebracht. Sie tendieren zum Totalitarismus.

Andrea Dittgen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die große Cate und die Quinzaine

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Cannes-Tagebuch (2) 8. Mai 2018

In Frankreich ist Feiertag. Das Kriegsende 1945 wird am 8. Mai gefeiert. Doch wer nun denkt, in der Stadt wären alle Läden zu wie in Deutschland an Feiertagen, der irrt. Der Panikkauf am Vorabend mit Klopapier, Kaffee und Obst & Co. wäre nicht nötig gewesen. Die meisten Läden haben geöffnet, egal ob Supermarkt oder kleiner Kleiderladen, denn niemand will sich ein Geschäft entgehen lassen, heute, wo doch das Filmfestival beginnt, und aus dem 60.000-Einwohner-Städchen eins mit doppelt so vielen Menschen wird. Auch am Donnerstag, dem nächsten Feiertag (Christi Himmelfahrt) werden die Läden offen sein, das ist doch beruhigend, was das frische Frühstückscroissant von der Bäckerei am Eck angeht – und auch beunruhigend, denn mein Apartment liegt an der Straße zur Croisette. Es gibt also auch am Feiertag morgens früh schon Lärm.

Erstmals seit ich nach Cannes fahre (seit 1994, damals gewann so ein US-Newcomer mit einem furiosen  Film namens „Pulp Fiction), gibt es am ersten Tag nachmittags vorab nicht den Eröffnungsfilm für die Presse. Wir dürfen ihn erst abends parallel zur offiziellen Gala sehen. So hat man tagsüber genug Zeit, endlich einen Plan zu machen – im Internet steht im Pressebereich tatsächlich der Plan der Pressevorführungen und Pressekonferenzen. Die erste Zusage für ein Interview trudelt ein, mit Wim Wenders über seinen Papst-Film, der außer Konkurrenz läuft. Blöderweise am Tag, bevor der Film läuft – so wird das Interview eine Herausforderung.

Der Verleih neue Filmkunst Werner Kirchner war für seine Plakate berühmt. Dieses Plakat maslte Regisseur Jan Lenica selbst. Zu sehen in der Quinzaine-Ausstellung in Cannes.

Der Verleih neue Filmkunst Werner Kirchner war für seine Plakate berühmt. Dieses Plakat maslte Regisseur Jan Lenica selbst. Zu sehen in der Quinzaine-Ausstellung in Cannes.

Einen Kilometer vom Festivalzentrum entfernt, bietet die Sektion „Quinzaine des réalisateurs“ eine Ausstellung, sie wird 50. Sie entstand 1969 als Folge des 1968 wegen der Mai-Unruhen angebrochenen Festivals. Damals hatten sechs Regisseure aus Solidarität mit den Demonstranten in Paris den Abbruch gefordert: Jean-Luc-Godard (87, hat dieses Jahr einen Film im Wettbewerb), Roman Polanski (84, hatte 2017 einen Film im Wettbewerb), Claude Lelouch (80, macht zu schlechte Filme, um in den Wettbewerb zu kommen), Louis Malle (1932-1995), Claude Berri (1934-2009) und Jean-Gabriel Albicocco (1936-2001). Die Quinzaine zeigte die ersten Filme des neuen deutschen Kinos. Von Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, Volker Schlöndorff. Doch in der Ausstellung tauchen die Deutschen nicht auf. Diese ignoranten Franzosen! Das einzig Deutsche in der Zusammenschau mit Fotos und Filmen ist ein deutsches Plakat des Films „Adam 2“ ´(1968) von Jan Lenica, von Lenica selbst gemalt, das der Verleih Neue Filmkunst Werner Kirchner aus Göttingen anfertigen ließ. Das ist schon enttäuschend. Immerhin gibt es im neuen Buch zur Quinzaine sechs Seiten über das deutsche Kino nebst einen schönen Herzog-Karikatur. Das versöhnt. https://www.quinzaine-realisateurs.com/

In dem neuen Buch "Quinzaine des réalisateurs Cannes les jeunes années" gibt es diese schöne Herzog-Karikatur des Autors Bruno Icher

In dem neuen Buch „Quinzaine des réalisateurs Cannes les jeunes années“ gibt es diese schöne Herzog-Karikatur des Autors Bruno Icher

Das kann man vom Eröffnungsfilm nicht sagen. Schlimm genug ist, dass die 1000 Journalisten, die parallel zur Gala im großen Saal Lumière (2300 Plätze) im kleineren Saal Debussy Einlass gefunden hatten, sich die Eröffnungsfeier ansehen mussten (sonst wären sie nicht mehr ins Kino gekommen). Sie dauert etwa eine Stunde und ist um vieles langweiliger ist als bei der Berlinale, weil die Franzosen keine freche Anke Engelke als Moderatorin haben und Festivalleiter Thierry Frémaux (57), obwohl schon ein Jahr länger im Amt als Dieter Kosslick (69), längst nicht so witzig ist. Auch spielt sich alles auf Französisch ohne  Untertitel ab, was nicht jedermanns Sache ist. Immerhin war es nett anzusehen, dass Jury-Präsidentin Cate Blanchett zusammen mit dem einen Kopf kleineren Martin Scorsese das Festival für eröffnet erklärte. Dass der Eröffnungsfilm „Everybody Knows“ des zweifachen Oscar-Preisträgers Asgar Farhadi aus dem Iran schlecht war, konnten die beiden nicht ahnen. Wir Kritiker auch nicht. Sind alle Wettbewerbsfilme so schlecht, und Frémaux hat deshalb beschlossen, den Journalisten nichts vorab zu zeigen? Mal sehen, wie es weitergeht.

Andrea Dittgen

 

Filme leben zweimal – mindestens

Filme haben zwei Leben: einmal, wenn sie ihren Kinostart haben – und ein zweites Mal, wenn sie Jahrzehnte später in restaurierter Form noch einmal präsentiert werden. Meistens bei einem Festival. Oft bei mehrere

Ein Sensationsfotograf in "Paparazzi", der sich zwischen Felsen versteckt. Foto. ICR

Ein Sensationsfotograf in „Paparazzi“, der sich zwischen Felsen versteckt. Foto. ICR

n. Dass man einen Film bei dem einem Festival verpasst und ihn beim nächsten nachholen kann, passiert recht häufig. Doch selten kommt es vor, dass ein Film, ein Kurzfilm dazu, der in Cannes, beim wichtigsten Festival der Welt, in der Retrospektive gezeigt wird, in Bologna auch gezeigt wird und sogar noch kombiniert mit einem weiteren Kurzfilm desselben Regisseurs zum selben Thema.

Der erste Kurzfilm heißt „Paparazzi“ (18 Minuten), der zweite „Le parti des choses: Bardot et Godard“ (Die Ordnung der Dinge: Bardot und Godard, 8 Minuten). Beide wurden 1963 auf Capri gedreht, am Set von Jean-Luc Godards „Die Verachtung“. Regie hatte Jacques Rozier (93), der älteste der beiden noch lebenden Regisseure der französischen Nouvelle Vague (der andere ist Godard selbst, er ist jetzt 86). Die beiden waren befreundet, als Godard Rozier vorschlug, die Dreharbeiten zu begleiten. Daraus wurde kein Making-of (den Begriff gab es damals noch gar nicht), sondern zwei sehr eigenwillige Kurzfilme.

Den ersten, „Paparazzi,  sah ich im Mai in Cannes. Rozier filmte die erste Begegnung von Godard und Bardot, damals der große Star. Sie wird im Cabrio an den Kai gefahren, der sie zur Insel Capri bringt. Godard begrüßt sie höflich. Sie küssen sich nicht. Sie sind umlagert von Neugierigen und Fotografen. Die Bardot spricht mit einigen, sie beschwert sich, dass sie dauernd fotografiert wird. Dann steigen Bardot, Godard und die anderen Stars (Jack Palance, Fritz Lang, Michel Piccoli) ins offene Motorboot, das sie zur Insel bringt. Auf dem Meer sind ein paar kleine Boote von anderen Schaulustigen und Fotografen. Die Fotografen verschanzen sich aber auch hinter den Felsen der Insel und versuchen, mit ihren Zoom-Objektiven Fotos von der Bardot zu machen. Manchen gelingt es. „Wir müssen Geld verdienen, um unsere Familie zu ernähren“, sagt einer der Fotografen. Ein anderer erklärt die Kameraausrüstung, das Zoom_-Objektiv muss so gut sein, dass er  500 Meter Entfernung ganz nah heranholt, erklärt er. Die Paparazzi (der Begriff tauchte übrigens zum ersten Mal 1960 in „Das süße Leben“ von Federico Fellini auf, wo einer dieser Fotografen Paparazzo hieß) beneiden den offiziellen Set-Fotografen, der jede Menge toller Aufnahmen von der posierenden Bardot im Bikini machen kann, während sich die Bardot vor ihnen immer versteckt.

Rozier gelingt es, die zwei Seiten der Medaille bruchlos zu verbinden: Der Star und die Medien. Alles wirkt locker und unverkrampft. Michel Piccoli trägt Brigitte Bardot die Treppe hoch, Bardot blickt mit Schmollmund in die Kamera, ein Fotograf steht mit seinem langen, nach unten gerichteten Teleobjekt auf dem Felsen und legt es an wie ein Gewehr, um seinen Schuss zu machen. Dennoch: So brutal wie heute waren die Paparazzi damals nicht.

"La parti des Choses: Bardot et Godard": Jean-Luc Godard gibt Brigitte Bardot Regieanweisungen. Foto: ICR

„La parti des Choses: Bardot et Godard“: Jean-Luc Godard gibt Brigitte Bardot Regieanweisungen. Foto: ICR

Der zweite Kurzfilm, den Cannes nicht zeigte (an der Kürze von acht Minuten kann es eigentlich nicht gelegen haben), ist auch kein richtiges Making-of, obwohl man sieht, wie Godard – selbst bei großer Hitze und Anzug und mit Hut – mit dem Drehbuch in der Hand vor der sich im Bikini auf der Treppe räkelnden Brigitte Bardot sitzt und ihr Anweisungen gibt. Godard spricht in freundlichem Ton, sie sagt nichts. Man sieht Piccoli und Bardot einträchtig nebeneinander sitzen und nebeneinander hergehen – aber immer ist das Drehteam mit erfasst, so dass die Stars ganz klein wirken, wie Ameisen zwischen anderen Ameisen. Trotz des Filmtitels, der auf Bardot und Godard referiert, nimmt Rozier bei seinen letzten Einstellungen einen anderen ins Visier: Fritz Lang, der hier einen Regisseur spielt. Godard drehte auf einem Boot, Lang sitzt erst im Stuhl, dann geht er an andere Ende des Decks. Nach einem Zwischenschnitt auf eine Figur des Odysseus lässt Rozier Fritz Lang in seinem Kommentar zum Götterboten werden, der über alle wacht. Eine schöne Vorstellung.

"Le Parti des Choses: Bardot et Godard": Oft sieht man den stars zwischen der Filmcrew erst auf den zweiten Blick. Foto: ICR

„Le Parti des Choses: Bardot et Godard“: Oft sieht man den stars zwischen der Filmcrew erst auf den zweiten Blick. Foto: ICR

Andrea Dittgen

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Evakuierung!

2000 Journalisten standen gestern ratlos und ungeduldig im Freien vor dem Saal Debussy, dem zweitgrößten Saal im Festivalpalais, wo um 19.30 Uhr die Pressevorführung von „Le redoutable“ (Der Zweifelhafte) über das Liebesleben des Regisseurs Jean-Luc Godard in den 60ern von Oscar-Preisträgers Michel Hazanavicius laufen sollte. Aber um 19.30 Uhr war immer noch kein Einlass. Es waren auch keine der üblichen Wächter zu sehen, die mit Scannern die Festival-Badges der Besucher noch vor der Treppe kontrollieren. Die Journalisten werden unruhig, ungeduldig und laut – sind sie doch durch die viel Zeit kostenden Sicherheitskontrollen ohnehin nicht in bester Laune.

Doch wie immer in solchen Fällen der unerklärbaren Verspätung zeigt sich kein Verantwortlicher, der erklärt, was los ist. Es passiert einfach – nichts. Nur große Verwirrung. Spekulationen machen die Runde: Haben sie eine Bombe gefunden? Bis um 19.50 Uhr alle Saalbediensteten herauskommen. „Es wird evakuiert!“ ist zu hören. Und der Obersaalwächter liest die Vornamen der zwei Dutzend Mitarbeiter vor, die wie Schulkinder „hier“ rufen. Hat man doch eine Bombe in den Saal geschmuggelt? Alle wartenden Journalisten wurden gebeten, sich vom Gebäude zu entfernen, was bei der Masse der Wartenden in den engen Gassen zwischen Laufgittern nicht einfach ist. Während ein Wächter meinte, „Die Vorstellung fällt aus“, kam nach 30 Minuten die Entwarnung. Der Einlass begann, weitere 15 Minuten später dann die Vorstellung, was sofort zu Scherzen führte: „Ein Coup von Godard“ hieß es schnell, war der Regisseur doch früher immer für Provokationen gut. Endlich war etwas los, von dem man noch nach Jahren erzählen wird!

Erst Stunden später wurde bekannt, was die Evakuierung auslöste: eine vergessene Tasche im Debussy-Kinosaal. Was ungefähr so gefährlich ist wie ein herrenloser Koffer am Flughafen. Polizisten mit Spürhunden kamen ins Gebäude. Wahrscheinlich war Spürhund Falc dabei, den ich morgens schon vor dem Saal sah und ablichtete. Ob die Hunde

Der leere Saal Debussy in Cannes fast über 2000 Besucher.

Der Saal Debussy in Cannes fast über 2000 Besucher. 

etwas gefunden haben weiß man nicht. Ob das komplette Festivalpalais evakuiert wurde, ist auch nicht bekannt. Die Sicherheitsmaßnahmen sind in diesem Jahr wegen der Terroranschläge in Frankreich so hoch wie noch nie, aber der Fall der vergessenen Tasche zeigt, dass es mit der Kommunikation im Fall der Fälle doch sehr im Argen liegt – was doch überrascht.

Andrea Dittgen