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„Gib niemals auf!“

Sie träumte schon mit acht Jahren davon, Schauspielerin zu sein, verriet die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank beim Festival von Toronto bei öffentlichen Stargespräch. Das ist eine eigene Festivalsektion mit dem Titel „Conversation“ die Zuschauer bezahlen 28 Dollar, um zuzuhören. Die aus armen Verhältnissen stammende Amerikanerin erzählte vor allem von ihren Anfängen. Als Kind lebte sie mit ihrer Mutter in einem Trailerpark (Wohnwagen-Dauercamping). Und ihre Mutter habe alles getan, dass sich ihr Wunsch erfüllt.

Hilary Swank (links) im Gespräch mit Theresa Scandiffio, der Leiterin der Sektion Conversation. Foto: Dittgen

Hilary Swank (links) im Gespräch mit Theresa Scandiffio, der Leiterin der Sektion Conversation. Foto: Dittgen

Nach den ersten Erfolgen bei Schulaufführungen zog sie mit der 16-jährigen 1990 nach Los Angeles,  wo sie in der High School in Stücken spielte und zum Film wollte. „Aber da braucht man eine Agentur, eine Agentin“, erzählte Swank. Sie zu bekommen, ist nicht einfach. Ihre Mutter habe Agenturen im Telefonbuch gesucht und zu ihr gesagt. „Ruf an.“ Das habe sie getan, irgendwann habe sich die Mühe gelohnt, und eine Agentin habe sie eingeladen. Beim Vorsprechen  sollte in einer McDonald’s-Werbung spielen. Das klappte und danach hatte sie ihre Agentin, eine Kinder-Agentin. Und machte noch mehr Werbespots. Bis sie 21 war und zu einer anderen Agentin kam, immer dem Ansporn ihrer Mutter folgend: „Gib niemals auf!“.

„Ich weiß nicht mehr, für wie viele Rollen ich vorsprach, ein paar hundert“, schätzt Swank. Auf die erste Nebenrolle in dem Horrorfilm „Buffy, der Vampirkiller“ (1992) folgte eine Hauptrolle in „Karate Kid IV – Die nächste Generation „ 81994), da sah man sie kämpfen mit den Fäusten und mit dem Bogen. Es war der erste ihrer physischen Filme, meint die Schauspielerin, die seitdem fast immer Rollen spielte, in denen Frauen versuchen, ihren Traum zu verwirklichen, obwohl alles dagegen spricht.

Der nächste wichtigste Film war „Boys Don‘t Cry“ (1999), wo sie eine Frau spielt, die ein Mann sein will und ihre Brüste abbindet (erster Oscar). Drei Wochen nach dem Vorsprechen bekam sie schließlich die Rolle, für die sie auf der Straße genau das trainierte, was sie später im Film tat, wie sie erzählte. Zu ihrer härtesten Rolle, der Boxerin in „Million Dollar Baby“ von und mit Clint Eastwood (2004, ihr zweitem Oscar) meinte sie nur: „Mit Clint Eastwood zu arbeiten, war ein Traum, und ich war gerade 29 Jahre alt. Er ist einschüchternd, aber am Set hat er alles getan, dass wir uns wohlfühlten. Er ist ein richtiger  Teddybär! Und sehr lustig.“ Jungen Schauspielerin empfiehlt sie, sich immer perfekt vorzubereiten, nicht nur auf die Rollen, sondern auch auf Vorsprechen – und ihr wichtigster Rat: „Gib niemals auf!“.

Andrea Dittgen