Der US-Schauspieler Willem Dafoe freut sich über seinen Ehrenbären für sein Lebenswerk, beteuert aber, dass er noch viele Filme drehen will. Foto: Richard Hübner/Berlinale 2018

„Du willst einen Regisseur, der gut ist“

Er freute sich und streckte den Ehrenbären fürs Lebenswerk hoch in die Luft. Und er lachte viel: Willem Dafoe. Wie geht der 62-Jährige in die Rollen hinein? „Für jeden Rolle und jeden Film muss man das tun, was verlangt wird und sagen: ich bin diese Person im Film. Man muss ich selbst hintenanstellen. Manchmal komme ich mehr wie ein Tänzer oder ein Athlet vor denn als ein Schauspieler. Denn zum Schauspielen gehört so viel: Aber all die Sachen, an die Schauspieler oft denken: die Psychologie und wie man einen Charakter anlegt – daran denke ich nie. Das ist nichts,  was mich an einer Rolle anzieht, alles muss auf natürlichem Weg kommen.“

Mit Überlebenskünstler trainiert

Doch dann bekennt er beim Gespräch mit den Publikum bei den „Berlinale Talents“,  dass er sich sehr wohl auf die Rollen vorbereite, zum Beispiel auf die des Jägers in Tasmanien in dem australischen Film „The Hunter“ (2011), der zu seiner Ehrenbären-Verleihung gezeigt wurde, ein  Film, in dem er fast in jeder Szene zu sehen ist. „ich habe mit einem  Überlebenskünstler trainiert, mit einem, der in den Busch geht mit praktisch nichts. Nur Draht und andere Sachen im Rucksack und dort eine Jahr lang lebt, selbst das Essen jagt, sich Unterstände baut und all diese Dinge. Ich habe mit ihm zusammen gearbeitet, es war wunderschön, zu sehen, wie er Fallen baut und Tiere erlegt. Ich habe das er intensiv geübt. Das öffnet die Tür zu der anderen Personen, der Person, die man im Film verkörpert. Es geht um Wissen, um Leidenschaft und all das, was eine Person ausmacht. Du selbst treibst nichts voran, du wirst vorangetrieben, die Natur der Dinge treibt dich voran, die Wahrheit treibt dich voran. Wenn man dann ungewöhnliche Dinge lernen muss, ist es eine Befreiung.“

Tasmanien klang nach Abenteuer

Als Dafoe, der gerade für „The Florida Project“ zu dritten Mal für einen Oscar nominiert ist,  das Drehbuch zu „The Hunter“ las, habe er gesehen, dass in Tasmanien gedreht werden soll. „Das klang für mich wie ein Abenteuer, eine Lebenserfahrung, die ich noch nicht hatte“, deshalb habe er zugesagt.  „Wenn man sich ein Projekt anschaut, denn geht es um Örtlichkeiten, Plätze und Dinge. Auch der Regisseur ist wichtig. Viele Schauspieler konzentrieren sich auf die Rolle und das Drehbuch. Aber für ist der Regisseur wichtiger. Du willst einen Regisseur haben, der gut ist.“

Dieser Beitrag wurde am von in Berlinale 2018 veröffentlicht. Schlagworte: .
Andrea Dittgen

Über Andrea Dittgen

RHEINPFALZ-Redakteurin Andrea Dittgen schaut Filme . Seit 1981 hat sie im Kino etwa 20.000 Filme gesehen. Und sie schreibt darüber (seit 1990). In der RHEINPFALZ in Gestalt von Kino- und DVD-Kritiken, jetzt auch in Form eines Blogs. Außerdem ist sie für uns in Cannes, Toronto, Berlin und bei anderen Film-Festivals dabei.

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