Die reichste Schauspielerin? Danielle Darrieux!

Beim Saarbrücker Filmfestival Max-Ophüls-Preis läuft am 28. Januar ein Film von Max Ophüls mit seiner Lieblingsdarstellerin: „Madame de…“ (1953). Der Liebling ist die Französin Danielle Darrieux (99), die ihren Regisseur nun schon um 60 Jahre überlebte (Ophüls starb 1957). Die Dame, die auch  als Chansonsängerin berühmt und noch sehr agil ist, tauchte am 12. Januar  überraschend auf dem ersten Platz  der „People with Money“-Liste der  bestbezahltesten Schauspielerinnen 2016 auf. Mit einem geschätzten Verdienst von 58 Millionen Dollar.

Wie kann das sein, sie spielt doch nicht mehr? Bei der Zusammenstellung der Liste berücksichtigte das Magazin auch Faktoren wie Vorauszahlungen, Profitbeteiligungen, Rückstände, Sponsoring- und Werbeeinnahmen. Die Darrieux  verfügt demnach  über ein geschätztes Vermögen von 185 Millionen Dollar. Das verdankt sie weniger ihren Gagen als  Aktien-Investititionen,  Immobilien, Restaurants  und Kosmetik-Verträgen, heißt es weiter. Auch besitze sie  mehrere Restaurants (die „Fat Darrieux Burger”-Kette) in Paris, ein Fußball-Team („Bordeaux Angels”), eine Wodka-Marke  („Pure Wonderdarrieux“), neuerdings auch Parfüm  („Von Danielle mit Liebe”) und eine  Mode-Linie „Verführung by Danielle Darrieux”.

Spätestens jetzt ist klar, dass alles nur erfunden ist. Aber gut erfunden – und es zeigt, dass Danielle Darrieux heute noch wichtig ist, vor allem natürlich in Frankreich. Und so ganz falsch ist die Meldung nicht. Denn reich ist die Schauspielerin durchaus. Bereits 1954 kaufte sie sich eine Insel: Stibiden im Golf von Morbihan am Atlantik. Dort lebt die rege grande Dame des französischen Kinos auch meistens, denn sie liebt die Natur.

Nach Saarbrücken zum Festival kommt sie aber wohl nicht, die Verantwortlichen haben sie nicht kontaktiert, weil sie nicht wissen, wie man sie erreichen kann – wie mir der Programmleiter mitteilte. Nun ja, wahrscheinlich haben sie nicht daran gedacht, dass sie die einzige überlebende Ophüls-Darstellerin ist. Denn Frankreich ist für die Saarbrücker, die direkt an der Ländergrenze sitzen, ja nicht weit.

Die Darrieux wurde 1931 mit 14 Jahren  von dem österreichischen Regisseur Wilhelm Thiele fürs Kino entdeckt – für die französische Version seines Films „Der Ball“.  Danach spielte sie meist das hübsche verliebte Mädchen in  Komödien und Operettenfilmen wie  in Billy Wilders erster Regiearbeit „Mauvaise graine“ (1934, Böses Blut). Es folgten Rollen als Dame von Welt“, die sie zu einer Stil-Ikone machten.

Aber erst seit ihren drei Filmen mit Max Ophüls „(„Der Reigen“ und „Le Plaisir“ sind die anderen beiden) in den 50er Jahren  ist sie ein großer Star. Sie drehte danach mit Claude Chabrol, mit Jacques Demy, war eine der „Acht Frauen“ (2002) von François Ozon, die den Silbernen Darsteller-Bären der Berlinale bekam. Ihre letzte CD-Aufnahme  als Sängerin entstand 2002 (Patrick Bruel bat sie zum Duett),  ebenso wie  die Doppel-CD mit all ihren  Chansons von 1931 bis 1951. Den letzten ihrer über 140 Spielfilme drehte sie 2010 („Pièce montée“), im vergangenen Jahr entstand aber noch ein Kurzfilm. Nachdem Zsa Zsa Gabor im Dezember 2016 verstarb, ist Danielle Darrieux der älteste weibliche Filmstar. Wenn alles gut geht, feiert sie am 1. Mai ihren 100. Geburtstag. Dann kann sie über das andere Gerücht lachen, das in dieser Woche in den Netzwerken und im Internet die Runde machte: Die Frau, die dreimal verheiratet war (ihr letzter Ehemann starb 1991),  hätte einen neuen Liebhaber!

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *