Friederike Becht und Tom Schilling spielen ein Liebespaar in dem ZDF-Dreiteiler "Der gleiche Himmel".

Die schlimme Perücke

Friederike Becht, die Pfälzer Schauspielerin, rauscht an mir  vorbei. Mit hochgesteckten Haaren. Hübsch und elegant wie immer kommt sie zur Premiere des ZDF-Dreiteilers „Der gleiche Himmel“ ins Haus der Berliner Festspiele. Umso größer ist das Entsetzen, als man sie auf der Leinwand sieht. Weiterlesen

Kaum zu erkennen: Volker Schöndorff begrüßt morgens um 9.30 Uhr  die Kinobesucher.

Der Überraschungsgast

Haus der Berliner Festspiele. Donnerstag, 9.30 Uhr. Die erste Vorstellung. Es gibt „Rückkehr nach Montauk“ von Volker Schlöndorff nach Max Frischs Roman. Ein Wettbewerbsfilm. Alle sitzen, über 800 Zuschauer, fast ausverkauft. Aber das Licht geht nicht aus. Eine Moderatorin kommt auf die Bühne und kündigt einen Überraschungsgast an. Weiterlesen

Chinesische Sterne und Berliner Backstein

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Hildur Gudnadottir und Hilmar Örn Hilmarsson, isländische Filmmusikkomponisten und nominiert für den Harpa Nordic Film Composer Award. Foto: ütz

Diego Luna hustet schwer, sinkt müde ins Polster, nach dem Film ist der Blick des „Star Wars“-gestählten Schauspielers leer: Die Jury wirkt zum Berlinale-Ende hin erschöpft, ist aber jeden Morgen nun pünktlich da zur gemeinsamen Vorführung für Presse und Bärenhüter. Zu Beginn hatte sich Jurypräsident Paul Verhoeven 20 Minuten verspätet und dadurch so manchen knapp kalkulierten Journalisten-Zeitplan durcheinander gebracht. Weiterlesen

Die US-Serie „Berlin Station“

Die zweite Serie mit der Stadt Berlin als Hauptdarsteller nach „Babylon Berlin“ (bewegtebilder@rheinpfalz.de vom 9. Februar) ist schon fertig, wird 2017 in Deutschland gesendet, hat aber noch keinen aktuellen Sendetermin, wie bei einer zweieinhalbstündigen Veranstaltung bei den „Berlinale Talents“ bekannt wurde. Denn es ist eine US-Pay-TV-Serie. Ein Spionage-Thriller, die ersten zehn Folgen à 60 Minuten wurden in den USA schon  gesendet, in diesem Frühjahr  wird in Berlin die zweite Staffel gedreht. Eigentlich ging es nicht darum, für die Serie zu werben, sondern Nachwuchsfilmern zu erklären, wie bei so einer Serie das Zusammenspiel zwischen allen Beteiligten funktioniert. Weiterlesen

Berlin.Ale und die Filmkritik

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Schauspielerin Sandra Hüller und Produzent Jonas Dornbach nehmen der Preis der deutschen Filmkritik für den besten Film, „Toni Erdmann“, entgegen.Foto: ütz

Wieder ist es viel zu voll. In der „Tube Station“, einem gar nicht unterirdischen, aber doch schwer zu findenden Ort an der Friedrichstraße, wo alljährlich die Preise der deutschen Filmkritik verliehen worden sind. Es ist das Jahr von „Toni Erdmann“, Und klar, der Film der Karlsruherin Maren Ade räumt so manchen Preis ab: bester Film, bestes Drehbuch, bester Schnitt. Weiterlesen

Szene aus "Streetscapes" [Dialogue] mit John Erdman und Jonathan Perel.

Das Gehirn geht auf Architektur-Urlaub

Heinz Emigholz (69) macht Dinge, die man normalerweise nicht tut – und daraus entstehen faszinierende Filme. Alle haben mit Architektur zu tun. Im Vorjahr zeigte stellte er in „Corbusier [IIIII] Asger Jorn [Relief]“ die 1931 erbaute weiße Villa Savoye von Le Corbusier dem bunten abstrakten Grand Relief von Asger Jorn gegenüber, das der dänische Maler und Bildhauer 1959 für das Århus Staatsgymnasium produzierte. Der Film führte zusammen, was nicht zusammengehört und erlaubte sich und dem Zuschauer neue Gedankenspiele zwischen den verschiedenen Künsten. Ohne Worte, nur durch Bilder. Weiterlesen

Lola-Ehren bei Südpfälzer Wein

Die Berliner Band Die höchste Eisenbahn bei der Verleihung des deutschen Drehbuchpreises in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

Die Berliner Band Die Höchste Eisenbahn bei der Verleihung des Deutschen Drehbuchpreises in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Foto: ütz

Die Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße schenkt Weißburgunder aus Ilbesheim aus, sie füllt die Gläser ordentlich pfälzisch voll: Die Verleihung des Deutschen Drehbuchpreises, die alljährlich während der Berlinale in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung stattfindet, dient auch der Werbung für unsere Region. „Gut, dass wir nicht nebenan bei Nord.Media sind, da gibt es keinen so guten Riesling“, lobt denn auch ein Gast den Landauer Tropfen, den er gewählt hat. Weiterlesen

Lust For Life

"T2: Trainspotting"-Premiere im Berlinale-Palast.

    „T2: Trainspotting“-Premiere im Berlinale-Palast. Foto: ütz

Einmal über den Roten Teppich laufen muss schon sein bei der Berlinale. Und „T2: Trainspotting“ eignet sich dafür doch bestens. Auch wenn Darsteller Jonny Lee Miller am Nachmittag noch sagte: „Das ist keine Fortsetzung, das ist eine Obduktion.“ Tatsächlich hinterlässt der Film von Danny Boyle ein leicht mulmiges Gefühl, vor allem, wenn man so alt ist wie die Protagonisten. Weiterlesen

Fiel sofort auf: Sibel Kekilli im roten Kleid.

Django, Gere und die wilde Maus

Donnerstag, Berlinale-Eröffnungstag. Strahlender Sonnenschein. Minus zwei Grad. Nachmittag. Männer rauschen an mir vorbei. Schauspieler! Zuerst Django. Er verzichtet auf die Limousine, kommt zu Fuß und geht flott die Treppe hoch zur Pressekonferenz. Dabei ist Reda Ketar, der den Zigeunerjazz-Gitarristen Django Reinhardt verkörpert, in Deutschland schon vor dem Berlinale-Eröffnungsfilm „Django“ den Kinofreunden ein Begriff: in Wim Wenders aktuellem Film „Die schönen Tage von Aranjuez“ hat der Franzose mit algerischem Vater auch die Hauptrolle.  Doch ein richtiger Star ist er ja noch nicht, da kann er schon mal aufs Protokoll verzichten. Weiterlesen

Liv Lisa Fried als Charly

Der Anfang von Babylon Berlin

Das Ambiente: Berlin 1929 heißt nicht nur unendliches Vergnügen, sondern auch Hinterhof und Mord.

Das Ambiente: Berlin 1929 heißt nicht nur unendliches Vergnügen, sondern auch Hinterhof und Mord.

Vorabend der Berlinale. Berlin Mitte. Clärchens Ballhaus (noch ohne den falschen Apostroph!). Ein Haus, das wohl bewusst etwas heruntergekommen aussieht und um 1900 entstand. Der hohe Raum in ersten Stock ist der Tatort. Abgewetzte Spiegel, bröckelnde Farben, Reliefs mit Fratzen, rotdunkles Ambiente. Stehtische für die Journalisten, echte Tische für die Beteiligten. Präsentiert werden Häppchen, erstmal aus dem Film, um den es geht. Er ist 18 Stunden statt der üblichen zwei, sagt Tom Tykwer, einer der drei Regisseure. Es ist seine erste deutsche Fernsehserie. Sie heißt „Babylon Berlin“. Sie soll Deutschlands beste Serie werden. Natürlich. Solche Pressetermine sind die schlimmsten Werbe-Veranstaltungen, die man sich vorstellen kann. Ihr Reiz liegt darin, dass sie oft an tollen Orten, neudeutsch Locations, stattfinden, und man vorab exklusiv etwas zu sehen bekommt, was es nicht mal im Netz gibt. Weiterlesen